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Ratgeber Schimmel
Schimmel entfernen: So werden Sie den Befall dauerhaft los
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Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt für Schritt: Schimmel richtig entfernen
Kleinflächigen Oberflächenschimmel bis etwa 0,5 Quadratmeter können Sie mit der richtigen Vorbereitung selbst beseitigen. Diese vier Schritte führen Sie sicher durch den gesamten Ablauf – von der Schutzausrüstung bis zur Vorbeugung.
Vorbereiten und schützen
Räumen Sie Möbel und Textilien aus dem Arbeitsbereich und decken Sie den Boden mit Folie ab. Tragen Sie Schutzausrüstung: Einweghandschuhe, eine FFP2-Maske und eine dicht schließende Schutzbrille. Öffnen Sie das Fenster im betroffenen Raum, halten Sie aber die Tür zu angrenzenden Räumen geschlossen, damit sich keine Sporen in der Wohnung verteilen. Wichtig: Bürsten Sie den Befall niemals trocken ab – dabei wirbeln Sie Millionen Sporen in die Raumluft. Legen Sie Entferner, Einwegtücher und einen verschließbaren Müllbeutel bereit.
Ursache prüfen und Feuchtigkeit messen
Suchen Sie die Feuchtigkeitsquelle, bevor Sie reinigen. Prüfen Sie zuerst das Naheliegende: Wird ausreichend gelüftet und geheizt? Liegt die Stelle an einer kalten Außenwandecke oder Fensterlaibung, also einer Wärmebrücke? Gibt es in der Nähe Wasserleitungen, Dachanschlüsse oder Fugen, die undicht sein könnten? Ein Hygrometer zeigt die Raumluftfeuchte, ein Feuchtigkeitsmessgerät die Durchfeuchtung der Wand – messen Sie an mehreren Punkten. Ist das Mauerwerk in der Tiefe nass oder finden Sie keine plausible Ursache, stoppen Sie hier und ziehen Sie eine Fachfirma hinzu.
Schimmelentferner gezielt anwenden
Wählen Sie den passenden Entferner: chlorhaltige Produkte für Fliesen und Fugen in Bad oder Keller, Alkohol (70–80 %) oder Wasserstoffperoxid für Wohnräume und poröse Flächen wie Putz und Tapete. Tragen Sie das Mittel satt mit einem getränkten Einwegtuch auf – Alkohol wegen der Brandgefahr nicht versprühen, offene Flammen fernhalten und gut lüften. Halten Sie die Einwirkzeit laut technischem Merkblatt ein und wischen Sie den Belag ab. Wiederholen Sie die Anwendung bei Bedarf. Entsorgen Sie Tücher und Handschuhe sofort im verschlossenen Müllbeutel und lüften Sie den Raum anschließend gründlich.
Nachbehandeln und vorbeugen
Lassen Sie die behandelte Fläche vollständig trocknen. Tragen Sie danach eine geeignete Grundierung auf und streichen Sie mit einer Anti-Schimmel-Farbe oder einer mineralischen Silikat- beziehungsweise Kalkfarbe – deren hohe Alkalität entzieht Pilzen den Nährboden. Zur Vorbeugung: zwei- bis dreimal täglich stoßlüften, Luftfeuchte unter 60 Prozent halten, alle Räume gleichmäßig beheizen und Möbel einige Zentimeter von Außenwänden abrücken. Kontrollieren Sie die Stelle in den folgenden Wochen regelmäßig – kehrt der Befall zurück, liegt eine tiefere Ursache vor, die eine Fachfirma klären sollte.
Schimmel in der Wohnung: Ursachen verstehen, bevor Sie handeln
Schimmelpilze brauchen vor allem eines: Feuchtigkeit. Erst wenn sich auf oder in einem Bauteil dauerhaft Wasser anlagert, finden die überall vorhandenen Sporen ideale Wachstumsbedingungen. Wer Schimmel entfernen möchte, muss deshalb immer zwei Aufgaben lösen: den sichtbaren Befall beseitigen und die Feuchtigkeitsquelle abstellen. Geschieht das nicht, kehrt der Belag in wenigen Wochen zurück, ganz gleich, wie gründlich gereinigt wurde.
Die häufigsten Ursachen für Schimmelbefall
- Falsches Lüften und Heizen: In Küche, Bad und Schlafzimmer entstehen täglich mehrere Liter Wasserdampf. Wird zu selten stoßgelüftet oder bleiben Räume dauerhaft kühl, kondensiert die Feuchtigkeit an den kältesten Flächen.
- Wärmebrücken: Außenwandecken, Fensterlaibungen und Rollladenkästen sind oft schlechter gedämmt. Dort sinkt die Oberflächentemperatur, Kondenswasser bildet sich – typisch sind dunkle Flecken in Raumecken.
- Bauliche Schäden: Undichte Dächer, defekte Rohrleitungen, aufsteigende Feuchtigkeit oder Risse in der Fassade durchfeuchten das Mauerwerk von innen.
- Neubaufeuchte: Estrich und Putz geben monatelang Restfeuchte ab. Ohne konsequentes Lüften schimmeln gerade Neubauten überraschend schnell.
Wann Sie selbst handeln dürfen – und wann die Fachfirma übernimmt
Das Umweltbundesamt empfiehlt eine klare Faustregel: Oberflächlichen Befall bis etwa 0,5 Quadratmeter können gesunde Erwachsene selbst entfernen – mit Handschuhen, FFP2-Maske und Schutzbrille. Bei größeren Flächen, bei Befall, der in die Wandtiefe reicht, oder wenn der Schimmel trotz Behandlung wiederkehrt, gehört die Sanierung in die Hände einer qualifizierten Fachfirma. Das gilt besonders, wenn Allergiker, Kleinkinder oder immungeschwächte Personen im Haushalt leben. Schimmelsporen können die Atemwege reizen und Allergien auslösen – Sicherheit geht hier vor Sparsamkeit.
Chlorhaltige Entferner oder Alkohol und Wasserstoffperoxid?
Für die eigentliche Behandlung stehen zwei Produktgruppen zur Wahl. Beide wirken zuverlässig, unterscheiden sich aber deutlich in Anwendung und Nebenwirkungen:
| Kriterium | Chlorhaltige Entferner | Alkohol (70–80 %) / Wasserstoffperoxid |
|---|---|---|
| Wirkung | Stark, wirkt zusätzlich bleichend gegen dunkle Flecken | Zuverlässig abtötend, ohne Bleichwirkung |
| Geeignet für | Fliesen, Fugen und glatte Flächen in Bad und Keller | Wohn- und Schlafräume, poröse Untergründe wie Putz und Tapete |
| Geruch und Raumluft | Intensiv, sehr gutes Lüften erforderlich | Geruchsarm, verfliegt rückstandsfrei |
| Einwirkzeit | Produktabhängig, laut technischem Merkblatt | Laut technischem Merkblatt, meist mehrfache Anwendung nötig |
In Wohn- und Schlafräumen raten Fachleute – darunter das Umweltbundesamt – eher zu Alkohol oder Wasserstoffperoxid, weil keine Chlordämpfe in die Raumluft gelangen. Beachten Sie dabei die Brandgefahr: Alkohol nicht versprühen, während der Anwendung gut lüften und offene Flammen fernhalten. Chlorhaltige Produkte spielen ihre Stärken dort aus, wo dunkle Stockflecken auf Fliesen und Fugen auch optisch verschwinden sollen, etwa im Bad oder Keller.
Warum Überstreichen allein nicht funktioniert
Ein verbreiteter Fehler: Der Befall wird einfach mit normaler Wandfarbe überstrichen. Darunter lebt der Pilz weiter, ernährt sich teils sogar von den Bindemitteln der Dispersionsfarbe und schlägt nach kurzer Zeit wieder durch. Wer streichen will, muss den Schimmel zuerst vollständig abtöten und entfernen, die Ursache beheben und erst anschließend zu geeigneten Produkten greifen – etwa einer Anti-Schimmel-Farbe oder mineralischen Silikat- und Kalkfarben, deren hohe Alkalität Pilzen den Nährboden entzieht.
Vorbeugen ist die halbe Sanierung
Nach der Entfernung entscheidet Ihr Wohnverhalten darüber, ob der Schimmel zurückkommt. Halten Sie die relative Luftfeuchte unter 60 Prozent, lüften Sie zwei- bis dreimal täglich quer, heizen Sie alle Räume gleichmäßig und rücken Sie große Möbel einige Zentimeter von Außenwänden ab. Ein einfaches Hygrometer macht die Luftfeuchte sichtbar und ist damit die günstigste Schimmelprävention überhaupt.
Unsicher bei der Auswahl? Wir beraten Sie persönlich.
Fachberatung vom Farben-Fachhandel Hamburg — telefonisch, per WhatsApp oder direkt im Malerfachgeschäft (Bahrenfelder Chaussee 80, 22761 Hamburg).
Gut zu wissen
Häufige Fragen: Schimmel entfernen
01Welcher Schimmelentferner ist besser: chlorhaltig oder Alkohol?
Beide wirken zuverlässig. Chlorhaltige Entferner töten den Pilz ab und bleichen dunkle Flecken – ideal für Fliesen und Fugen, aber geruchsintensiv. Alkohol (70–80 %) und Wasserstoffperoxid sind geruchsärmer und werden vom Umweltbundesamt besonders für Wohnräume empfohlen; auf porösen Untergründen wie Putz oder Tapete meist mehrfach anwenden. Wichtig: Alkohol ist leicht entzündlich – nicht versprühen und offene Flammen fernhalten. Einwirkzeiten gelten produktabhängig laut technischem Merkblatt.
02Ab wann muss eine Fachfirma den Schimmel entfernen?
Als Faustregel des Umweltbundesamtes gilt: Oberflächenbefall bis etwa 0,5 Quadratmeter können gesunde Erwachsene selbst behandeln. Bei größeren Flächen, Befall in der Wandtiefe, wiederkehrendem Schimmel oder unklarer Ursache sollte eine qualifizierte Fachfirma sanieren. Das gilt besonders, wenn Allergiker, Kleinkinder oder Personen mit geschwächtem Immunsystem im Haushalt leben – hier geht Sicherheit immer vor.
03Kann ich Schimmel einfach überstreichen?
Nein. Unter normaler Wandfarbe lebt der Pilz weiter und schlägt nach kurzer Zeit wieder durch. Entfernen Sie den Befall zuerst vollständig, beheben Sie die Feuchtigkeitsursache und streichen Sie erst dann – idealerweise mit einer Anti-Schimmel-Farbe oder einer mineralischen Silikat- oder Kalkfarbe. Eine ausführliche Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber zum Schimmel überstreichen.
04Hilft Essig gegen Schimmel?
Von Essig raten Fachleute ab. Auf kalkhaltigen Untergründen wie Putz oder Zementfugen wird die Säure neutralisiert und wirkt kaum – die enthaltenen organischen Stoffe können den Pilz sogar zusätzlich ernähren. Greifen Sie stattdessen zu Alkohol (70–80 %), Wasserstoffperoxid oder einem geprüften Schimmelentferner und beachten Sie die Angaben im technischen Merkblatt.
05Wie verhindere ich, dass der Schimmel zurückkommt?
Halten Sie die relative Luftfeuchte unter 60 Prozent und kontrollieren Sie sie mit einem Hygrometer. Lüften Sie zwei- bis dreimal täglich per Stoßlüftung, heizen Sie alle Räume gleichmäßig und rücken Sie Möbel einige Zentimeter von Außenwänden ab. In Bad und Küche direkt nach dem Duschen oder Kochen lüften. Kehrt der Befall trotzdem wieder, liegt meist eine bauliche Ursache vor.
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