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Ratgeber Wandfarben
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Worauf kommt es bei Farbe für Raufaser an?
Raufasertapete ist der Klassiker unter den überstreichbaren Wandbelägen: robust, diffusionsoffen und mehrfach renovierbar. Ihre Struktur aus eingebetteten Holzfasern stellt allerdings besondere Anforderungen an den Anstrich. Erhebungen und Vertiefungen wechseln sich auf engem Raum ab – eine Farbe mit schwacher Deckkraft lässt die Fläche schnell wolkig wirken, weil die Flanken der Körnung weniger Material abbekommen als die Spitzen.
Erste Wahl für Raufaser sind hochwertige Dispersionsfarben mit hoher Deckkraft, idealerweise Deckkraftklasse 1 oder 2 laut Herstellerangabe. Sie lassen sich einfach verarbeiten, trocknen matt auf und kaschieren kleinere Unebenheiten. Für stärker beanspruchte Bereiche wie Flur, Treppenhaus oder Kinderzimmer empfiehlt sich eine Latexfarbe oder eine scheuerbeständige Dispersionsfarbe mit hoher Nassabriebklasse: Sie hält häufiges Abwischen in der Regel aus, ohne dass die Oberfläche speckig wird oder die Struktur leidet.
Beachten Sie außerdem den Glanzgrad: Je glänzender die Farbe, desto stärker betont sie die Raufaserstruktur und desto sichtbarer werden Ansätze und Ausbesserungen. Für ruhige, gleichmäßige Flächen sind stumpfmatte Qualitäten die sichere Wahl – seidenmatte Latexfarben spielen ihre Stärken dort aus, wo Strapazierfähigkeit wichtiger ist als ein völlig reflexionsfreies Finish.
Raufaser streichen: Anleitung und Kaufberatung
Mit der richtigen Vorbereitung, dem passenden Werkzeug und einer realistischen Verbrauchskalkulation gelingt der Anstrich auf Raufaser in der Regel auch ohne Vorerfahrung streifenfrei. So gehen Sie vor:
Untergrund prüfen und vorbereiten
Frisch tapezierte Raufaser muss vor dem Streichen vollständig durchgetrocknet sein – je nach Raumklima dauert das meist ein bis zwei Tage. Bei bereits gestrichenen Wänden prüfen Sie die Tragfähigkeit des Altanstrichs: Kreidet die Oberfläche oder löst sich Farbe bei einer Klebebandprobe, muss der Untergrund gereinigt und gegebenenfalls mit einer geeigneten Grundierung gefestigt werden. Stark oder ungleichmäßig saugende Flächen behandeln Sie ebenfalls mit einer Grundierung vor, Nikotin- und Wasserflecken sperren Sie mit einer Isolierfarbe ab. Zum Schluss kleben Sie Steckdosen und Leisten ab und decken den Boden großzügig ab.
Verarbeitung: langflorige Rolle und nass in nass arbeiten
Für Raufaser ist eine langflorige Farbrolle mit etwa 18 bis 21 Millimetern Florhöhe das richtige Werkzeug. Der lange Flor nimmt viel Farbe auf und drückt sie bis in die Vertiefungen der Struktur – kurzflorige Rollen benetzen nur die Faserspitzen und hinterlassen oft ein fleckiges Bild. Legen Sie Ecken, Kanten und Anschlüsse zunächst mit dem Pinsel vor. Anschließend streichen Sie die Wand Bahn für Bahn nass in nass: Farbe im Kreuzgang auftragen und in eine Richtung verschlichten, ohne zwischendurch abzusetzen. Verdünnen Sie die Farbe höchstens so weit, wie es das technische Merkblatt erlaubt – zu dünne Farbe deckt auf strukturierten Flächen schlecht. Ist nach dem Durchtrocknen ein zweiter Anstrich nötig, tragen Sie ihn auf dieselbe Weise auf.
Verbrauch kalkulieren und Farbe auswählen
Auf Raufaser liegt der Farbverbrauch deutlich über dem Wert für glatte Untergründe, denn die Körnung vergrößert die tatsächlich zu benetzende Oberfläche. Planen Sie je nach Struktur rund 10 bis 20 Prozent Zuschlag auf die Herstellerangabe ein – verbindlich ist immer der Verbrauchswert laut technischem Merkblatt. Für die Auswahl nach Raum hilft diese Übersicht:
| Bereich | Empfohlener Farbtyp | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Wohn- und Schlafzimmer | Matte Dispersionsfarbe | Hohe Deckkraft (Klasse 1–2 laut Herstellerangabe) für ein gleichmäßiges, ruhiges Wandbild |
| Flur, Treppenhaus, Kinderzimmer | Latexfarbe oder scheuerbeständige Dispersionsfarbe | Hohe Nassabriebklasse, damit die Fläche abwischbar bleibt |
| Küche und Bad | Für Feuchträume geeignete Dispersions- oder Latexfarbe | Gute Reinigungsfähigkeit, Eignung laut technischem Merkblatt |
| Decken | Stumpfmatte Innen- oder Deckenfarbe | Streifenfreies Auftrocknen, unempfindlich gegen Streiflicht |
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Gut zu wissen
Häufige Fragen: Farbe für Raufaser
01Welche Farbe eignet sich am besten für Raufasertapete?
Bewährt sind matte Dispersionsfarben mit hoher Deckkraft, idealerweise Deckkraftklasse 1 oder 2 laut Herstellerangabe. Für stark beanspruchte Bereiche wie Flur, Treppenhaus oder Kinderzimmer empfehlen sich Latexfarben oder scheuerbeständige Dispersionsfarben mit hoher Nassabriebklasse. Wichtig ist eine gute Füllkraft, damit die Struktur der Raufaser gleichmäßig gedeckt wird. Bei Fragen zur Auswahl erreichen Sie unsere Fachberatung unter 040 897 562 82.
02Wie viele Anstriche braucht Raufaser, bis sie deckt?
Neue, unbehandelte Raufaser benötigt in der Regel zwei Anstriche, da die Holzfaserstruktur und der saugende Untergrund viel Farbe aufnehmen. Bei einem Renovierungsanstrich Ton in Ton reicht mit einer hochdeckenden Qualitätsfarbe oft ein Anstrich. Bei starken Farbtonwechseln – etwa von Dunkel auf Weiß – planen Sie besser zwei Anstriche und ausreichend Trocknungszeit dazwischen ein.
03Welche Rolle ist zum Streichen von Raufaser die richtige?
Verwenden Sie eine langflorige Farbrolle mit etwa 18 bis 21 Millimetern Florhöhe. Der lange Flor transportiert viel Farbe und drückt sie auch in die Vertiefungen der Struktur – kurzflorige Rollen benetzen nur die Faserspitzen, was schnell fleckige Flächen ergibt. Für Ecken, Kanten und Anschlüsse ergänzen Sie einen Pinsel oder eine kleine Rolle. Passendes Zubehör finden Sie in unserem Werkzeug-Sortiment.
04Wie hoch ist der Farbverbrauch auf Raufaser?
Auf Raufaser liegt der Verbrauch spürbar über dem Wert für glatte Flächen, weil die Struktur die tatsächlich zu benetzende Oberfläche vergrößert. Kalkulieren Sie je nach Körnung etwa 10 bis 20 Prozent Zuschlag auf die Herstellerangabe laut technischem Merkblatt. Wählen Sie das Gebinde im Zweifel lieber eine Nummer größer, statt später Farbe in einer anderen Charge nachzukaufen.
05Muss ich neue Raufasertapete vor dem Streichen grundieren?
Frisch tapezierte Raufaser ist in der Regel direkt überstreichbar, sobald der Kleister vollständig durchgetrocknet ist – je nach Raumklima nach etwa ein bis zwei Tagen. Eine Grundierung ist nur nötig, wenn der Untergrund stark oder ungleichmäßig saugt oder Flecken abgesperrt werden müssen. Ob Ihre Farbe eine Vorbehandlung verlangt, entnehmen Sie dem technischen Merkblatt – im Zweifel beraten wir Sie gern.
06Wie oft kann man Raufasertapete überstreichen?
Gute Raufaserqualitäten lassen sich mehrfach überstreichen – je nach Tapetenqualität und Körnung sind mehrere Renovierungsanstriche möglich, bevor die Struktur sichtbar zuläuft. Tragen Sie die Farbe satt, aber nicht zu dick auf. Wirkt die Struktur bereits stark zugesetzt oder löst sich die Tapete stellenweise, ist Neutapezieren die sauberere Lösung als ein weiterer Anstrich.
