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Raufaser streichen gehört zu den beliebtesten Renovierungsarbeiten in deutschen Haushalten. Die strukturierte Tapete ist robust, strapazierfähig und lässt sich mehrfach überstreichen – doch nur mit der richtigen Technik gelingt ein gleichmäßiges, professionelles Ergebnis ohne Streifen, Flecken oder Nasen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie für perfekt gestrichene Raufaserwände benötigen.
Seit über 30 Jahren beraten wir bei proma-farben.de in Hamburg unsere Kunden zu Renovierungsprojekten. Die Erfahrung zeigt: Die meisten Fehler beim Raufaser streichen entstehen durch falsche Farbwahl, ungeeignete Werkzeuge oder fehlerhafte Streichtechnik. Mit unserer professionellen Anleitung vermeiden Sie diese typischen Anfängerfehler.
Raufasertapete unterscheidet sich grundlegend von glatten Wandoberflächen. Die charakteristische Struktur aus Holz- oder Papierfasern bietet zwar viele Vorteile wie Atmungsaktivität und die Fähigkeit, kleine Risse zu überbrücken, stellt aber beim Streichen besondere Anforderungen.
Die strukturierte Oberfläche hat eine deutlich größere Fläche als eine glatte Wand – dadurch wird mehr Farbe benötigt. Zudem kann die Farbe in den Vertiefungen sammeln oder die Erhöhungen zu wenig Farbe abbekommen, was zu ungleichmäßigem Farbauftrag führt.
💡 Expertentipp von proma-farben.de: Raufaser benötigt durchschnittlich 20-30% mehr Farbe als glatte Wände. Kalkulieren Sie beim Farbkauf großzügig und rechnen Sie mit 5-8 m² pro Liter bei mittlerer Körnung.
Die Wahl der richtigen Farbe ist entscheidend für das Endergebnis. Für Raufasertapete eignen sich besonders hochwertige Dispersionsfarben mit guter Deckkraft und angenehmer Verarbeitungskonsistenz.
Eine gute Farbe für Raufaser sollte folgende Eigenschaften mitbringen:
Premium-Dispersionsfarbe mit hervorragender Deckkraft (Klasse 1) und angenehmer Verarbeitung. Ideal für Raufaser in allen Wohnräumen. Emissionsarm und lösemittelfrei.
Hochdeckende Innenfarbe mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Speziell für strukturierte Untergründe entwickelt. Tropfgehemmt und leicht zu verarbeiten.
Silikonharzfarbe für höchste Ansprüche. Besonders atmungsaktiv und wasserabweisend – perfekt für Feuchträume oder problematische Wände. Sehr ergiebig.
Für Allergiker oder gesundheitsbewusste Bauherren empfehlen sich allergiefreie Farben ohne Konservierungsstoffe und Weichmacher. Diese Mineralfarben sind besonders emissionsarm und tragen zu einem gesunden Raumklima bei.
Mineralische Dispersionsfarbe für Allergiker. Konservierungsmittelfrei, emissionsminimiert und mit Natureplus-Zertifikat. Ideal für Schlaf- und Kinderzimmer.
Ökologische Bio-Innenfarbe auf Silikatbasis. Diffusionsoffen, schimmelwidrig und für Allergiker geeignet. Ausgezeichnet mit dem Blauen Engel.
Die richtige Ausrüstung ist die halbe Miete. Mit professionellem Werkzeug gelingt auch Heimwerkern ein Ergebnis wie vom Maler.
⚠️ Wichtig: Verwenden Sie niemals Schaumstoffrollen für Raufaser! Diese erreichen die Strukturvertiefungen nicht und hinterlassen ein ungleichmäßiges Farbbild. Investieren Sie in einen hochwertigen Lammfell- oder Mikrofaserroller – das spart Zeit und Farbe.
Für größere Flächen oder häufigere Renovierungen lohnen sich professionelle Werkzeuge:
Mit dieser bewährten Methode erzielen Sie garantiert professionelle Ergebnisse. Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitung – sie entscheidet über 50% des Erfolgs.
Räumen Sie alle Möbel aus dem Raum oder stellen Sie sie in die Mitte und decken Sie sie ab. Entfernen Sie Bilder, Gardinen und Gardinenstangen. Demontieren Sie wenn möglich Steckdosenblenden und Lichtschalter oder kleben Sie sie sorgfältig ab. Decken Sie den Boden vollständig mit Malerflies ab – Raufaser tropft mehr als glatte Wände.
Kontrollieren Sie die Raufaser auf lose Stellen, Blasen oder Beschädigungen. Bessern Sie Fehlstellen mit Spachtelmasse aus. Entfernen Sie Staub, Spinnweben und Verschmutzungen mit einem Staubsauger oder feuchten Tuch. Stark verschmutzte oder nikotinbelastete Raufaser sollte mit Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Lassen Sie alles gut trocknen.
Kleben Sie alle Übergänge zu Decke, Sockelleisten, Türrahmen und Fenstern mit hochwertigem Malerkrepp ab. Achten Sie auf festen Sitz ohne Luftblasen. Decken Sie Heizkörper mit Folie ab. Schalten Sie den Strom ab und schützen Sie Steckdosen.
Bei stark saugenden Untergründen, erstmals gestrichener Raufaser oder bei Farbwechsel von dunkel zu hell tragen Sie eine Grundierung auf. Diese verhindert ungleichmäßige Saugfähigkeit und verbessert die Deckkraft der Farbe. Die Wand grundieren spart oft einen kompletten Anstrich.
Rühren Sie die Farbe gründlich auf – mindestens 2-3 Minuten mit einem Rührstab oder Bohrmaschinenaufsatz. Achten Sie darauf, auch am Boden abgesetzte Pigmente zu lösen. Verdünnen Sie die Farbe NICHT, außer der Hersteller gibt dies ausdrücklich an. Füllen Sie die Farbwanne etwa zur Hälfte.
Beginnen Sie immer mit dem Vorstreichen aller Ecken, Kanten und Anschlüsse mit dem Pinsel. Arbeiten Sie einen etwa 5-10 cm breiten Streifen vor. So können Sie später mit dem Roller durchgehend arbeiten, ohne ständig wechseln zu müssen. Diese „Kanten“ sollten noch feucht sein, wenn Sie mit der Rolle darüberfahren.
Tauchen Sie die Rolle in die Farbe und rollen Sie sie am Abstreifgitter gut ab – die Rolle sollte gleichmäßig gesättigt, aber nicht tropfend sein. Beginnen Sie am Fenster und arbeiten Sie sich zum Raum hin vor. Streichen Sie immer „nass in nass“, also überlappend, um Ansätze zu vermeiden. Verwenden Sie gleichmäßigen, mittleren Druck – nicht zu fest aufdrücken!
Tragen Sie die Farbe zuerst in W- oder M-Bahnen auf, dann verteilen Sie kreuzweise und ziehen abschließend in einer Richtung gleichmäßig ab – idealerweise vertikal von oben nach unten. Wichtig: Der letzte „Abzug“ erfolgt IMMER in die gleiche Richtung für ein einheitliches Bild.
Lassen Sie den ersten Anstrich mindestens 24 Stunden trocknen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder dickem Farbauftrag besser 36 Stunden warten. Prüfen Sie die Deckkraft kritisch im Tageslicht. Der zweite Anstrich erfolgt nach dem gleichen Prinzip wie der erste. In den meisten Fällen reichen zwei Anstriche bei guter Farbe.
Entfernen Sie das Malerkrepp, solange die Farbe noch leicht feucht ist (nach 1-2 Stunden). So reißen keine Farbreste ab. Ziehen Sie das Band langsam im 45-Grad-Winkel ab. Kleine Unsauberkeiten können Sie mit einem feuchten Tuch oder feinem Pinsel korrigieren.
✅ Profi-Tipp: Arbeiten Sie bei Temperaturen zwischen 15-25°C und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung während des Streichens. Sorgen Sie für gute Belüftung, aber vermeiden Sie Zugluft – diese lässt die Farbe zu schnell trocknen und verursacht Ansätze.
Selbst erfahrene Heimwerker stoßen beim Raufaser streichen gelegentlich auf Herausforderungen. Hier die häufigsten Probleme und wie Sie sie vermeiden oder beheben.
Ursache: Zu wenig Farbe auf der Rolle, ungleichmäßiger Druck oder falsche Strichtechnik.
Lösung: Tauchen Sie die Rolle ausreichend ein und rollen Sie sie gut ab. Verwenden Sie gleichmäßigen Druck und streichen Sie immer nass in nass. Die letzte Rollbewegung erfolgt ohne Druck von oben nach unten.
Ursache: Zu viel Farbe auf der Rolle oder zu starkes Andrücken.
Lösung: Rolle besser am Abstreifgitter abrollen. Bei bereits entstandenen Nasen: Sofort mit trockener Rolle oder Pinsel abnehmen und verteilen.
Ursache: Zu dünner Farbauftrag oder zu stark verdünnte Farbe.
Lösung: Verwenden Sie Farbe unverdünnt und tragen Sie einen zweiten oder dritten Anstrich auf. Bei stark saugenden Untergründen vorher grundieren.
Ursache: Ungleichmäßige Saugfähigkeit des Untergrunds oder nicht durchgerührte Farbe.
Lösung: Farbe vor Verwendung gründlich aufrühren. Saugende Untergründe mit Tiefengrund behandeln. Bei unterschiedlichen Raufaserqualitäten eventuell mit getönter Grundierung vorarbeiten.
💡 Expertenwissen: Die meisten Probleme entstehen durch zu schnelles Arbeiten. Planen Sie genug Zeit ein – eine durchschnittliche Raumgröße von 20 m² sollte für Vorbereitung und ersten Anstrich etwa 3-4 Stunden veranschlagt werden.
Bestimmte Bereiche erfordern besondere Aufmerksamkeit und Technik. Mit den richtigen Kniffen gelingen auch schwierige Stellen perfekt.
In Feuchträumen ist die richtige Farbwahl entscheidend. Verwenden Sie spezielle Feuchtraumfarben mit fungiziden Eigenschaften, die Schimmelbildung vorbeugen. Die Feuchtraumfarbe für Bad & Küche sollte scheuerbeständig und wasserdampfdurchlässig sein.
Hochwertige Feuchtraumfarbe mit dauerhaftem Schutz gegen Schimmel und Algen. Ideal für Bäder und Küchen mit Raufaser. Mineralisiert und diffusionsoffen.
Bei vorhandenem oder früherem Schimmelbefall muss vor dem Streichen saniert werden. Entfernen Sie den Schimmel vollständig mit geeigneten Mitteln und behandeln Sie die Wand mit Anti-Schimmel-Grundierung. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Schimmel entfernen & dauerhaft vorbeugen.
Nikotinflecken bluten durch normale Farbe durch. Reinigen Sie die Wand zunächst mit Nikotinreiniger und grundieren Sie anschließend mit spezieller Isolierfarbe oder Absperrgrund. Erst danach kann normal gestrichen werden.
In Treppenhäusern, Fluren oder Kinderzimmern empfiehlt sich eine besonders strapazierfähige Farbe. Latexfarben oder hochwertige Dispersionsfarben der Nassabriebklasse 1-2 nach DIN EN 13300 sind hier die richtige Wahl. Lesen Sie mehr in unserem Artikel über Latexfarbe für strapazierfähige Wände.
Die Kosten für das Raufaser streichen setzen sich aus Material- und Arbeitskosten zusammen. In Eigenleistung sparen Sie erheblich.
| Position | Kosten pro m² | Anmerkung |
|---|---|---|
| Farbe (hochwertig) | 1,50 – 3,00 € | Abhängig von Qualität und Deckkraft |
| Grundierung (bei Bedarf) | 0,50 – 1,00 € | Nicht immer erforderlich |
| Material (Rolle, Pinsel, etc.) | 0,30 – 0,80 € | Bei wiederverwendbarem Werkzeug günstiger |
| Gesamt Eigenleistung | 2,30 – 4,80 € | Nur Materialkosten |
| Malerbetrieb (Komplettpreis) | 8,00 – 15,00 € | Inkl. Material und Arbeitszeit |
Für einen 20 m² großen Raum sollten Sie einplanen:
⚠️ Planungstipp: Beginnen Sie morgens mit dem ersten Anstrich, sodass dieser über Nacht trocknen kann. Den zweiten Anstrich können Sie dann am nächsten Abend durchführen. So ist das Projekt in zwei Tagen abgeschlossen, ohne dass Sie zwei volle Tage investieren müssen.
Wohngesundheit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Moderne Farben sind deutlich umweltfreundlicher und gesünder als noch vor 20 Jahren, dennoch gibt es Qualitätsunterschiede.
Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Renovierungen auf emissionsarme Produkte zu achten und während sowie nach dem Streichen gut zu lüften.
Restfarbe in angebrochenen Gebinden lässt sich bei guter Lagerung (kühl, frostfrei, fest verschlossen) mehrere Jahre aufbewahren. Eingetrocknete Farbreste gehören als eingetrockneter Restmüll in den Hausmüll, flüssige Reste müssen als Sondermüll entsorgt werden. Leere, ausgetrocknete Farbeimer können über den Gelben Sack entsorgt werden.
Raufasertapete kann theoretisch beliebig oft überstrichen werden. In der Praxis werden jedoch nach 5-8 Anstrichen die Strukturen zunehmend zugespachtelt und verlieren ihren Charakter. Zudem erhöht sich das Gewicht der Tapete mit jedem Anstrich. Bei sehr vielen Schichten besteht die Gefahr, dass sich die Tapete von der Wand löst. Für beste Ergebnisse sollten Sie nach 6-8 Anstrichen über das Entfernen und Neutapezieren nachdenken.
Für Raufasertapete eignen sich hochwertige Dispersionsfarben mit mindestens Deckkraftklasse 2, besser Klasse 1. Die Farbe sollte eine gute Konsistenz haben (nicht zu dünn), matt bis seidenmatt sein und tropfgehemmt. Für Feuchträume empfehlen sich spezielle Feuchtraumfarben, für Allergiker konservierungsmittelfreie Mineralfarben. Premium-Produkte wie Caparol Indeko Plus oder einzA Edelweiß bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Nicht immer. Eine Grundierung ist notwendig bei: erstmals gestrichener Raufaser (Neutapete), stark saugenden Untergründen, Farbwechsel von dunkel zu hell, nikotinverfärbten Wänden oder bei unterschiedlicher Saugfähigkeit des Untergrunds. Bei bereits gestrichener Raufaser in gutem Zustand und gleichem Farbton kann direkt gestrichen werden. Eine Grundierung spart oft einen kompletten Anstrich und verbessert das Endergebnis erheblich.
Der Farbverbrauch bei Raufaser liegt bei 5-8 m² pro Liter, abhängig von der Körnung der Tapete und der Deckkraft der Farbe. Für grobe Raufaser rechnen Sie mit 5-6 m², für feine mit 7-8 m² pro Liter. Bei zwei Anstrichen verdoppelt sich die Menge. Ein 20 m² großer Raum benötigt also etwa 5-8 Liter Farbe für zwei komplette Anstriche. Kaufen Sie lieber etwas mehr – angebrochene Farbe hält sich bei guter Lagerung mehrere Jahre für Ausbesserungen.
Ja, Raufaser lässt sich ausgezeichnet mit Airless-Spritzgeräten streichen. Dies ist besonders bei großen Flächen oder ganzen Wohnungen zeitsparend. Vorteile: schneller Arbeitsfortschritt, gleichmäßiger Farbauftrag auch in Strukturvertiefungen. Nachteile: hoher Maskierungsaufwand (alles muss abgedeckt werden), Farbnebel in der Luft, Anschaffungskosten. Für einzelne Räume lohnt sich die Anschaffung meist nicht, bei größeren Projekten oder regelmäßiger Renovierung aber durchaus. Achten Sie auf ausreichende Belüftung und Atemschutz.
Streifen entstehen durch mehrere Ursachen: zu wenig Farbe auf der Rolle, ungleichmäßiger Druck beim Streichen, falsche Streichrichtung oder zu langes Arbeiten an derselben Stelle, sodass die Farbe bereits antrocknet. Vermeiden Sie Streifen, indem Sie nass in nass arbeiten, die Rolle ausreichend mit Farbe sättigen, gleichmäßigen mittleren Druck verwenden und den letzten „Abzug“ immer in derselben Richtung (vertikal) durchführen. Hochwertige Farben und gute Rollen minimieren das Streifen-Risiko erheblich.

Welche Farben eignen sich für Allergiker?Nur bei PROMA-FARBEN
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